Enjott Schneider: „Ein großartiger Abend der Kirchenmusik“

KonzertChor begeistert mit Werken zweier zeitgenössischer Komponisten in der Evangelischen Stadtkirche

 

Foto: Christina Herzer


Schon der Beginn des Konzerts „Unruhig ist unser Herz“ am 22. Oktober in der Evangelischen Stadtkirche ist etwas anders als gewohnt. Filmmusik-Komponist Enjott Schneider stellt sich mit seinem Markenzeichen, einem langen Schal, vor das Publikum und erzählt, wie ihn das wechselvolle Leben des Kirchenvaters Augustinus im 4. Jahrhundert ganz persönlich ergriffen hat. Da war alles dabei: Vom studentischen Lotterleben mit einem unehelichen Kind bis zum tiefgründigen Philosophen und Theologen. „Die Figur des Augustinus ist riesengroß, das kann man gar nicht ermessen. Man kann die Texte richtig ausschmecken“, sagt der Schöpfer des Oratoriums „Augustinus“. 

Hinter ihm versammelt sich mindestens so viel unterschiedliches Schlagwerk, wie das Studentische Orchester Baden-Württemberg von der Geige über das Cembalo bis zur Tuba Instrumente hat. Und der KonzertChor Ravensburg hebt mit mal reibungsvollen Harmonien, mal orientalisch anmutenden Melodien bis hin zum Sprechgesang die wesentlichen überlieferten Texte des Heiligen hervor, dessen Leben Sopranistin Leila Trenkmann, Tenor Pierre Arpin und Bariton Marco Vassalli erzählen. „Gehe nicht nach außen, kehre in dich selbst zurück“, bleibt als zentrale Aussage hängen. „Das war wirklich überwältigend und hat die Leute ergriffen, wie ich sehe“, resümert der Münchner Komponist am Ende.

Enjott Schneider (Foto: Matthias Vietmaier) (l.) und Hans Georg Hinderberger (Foto: Peter Joos)

Wie schon den „Augustinus“, dirigiert Hans Georg Hinderberger, der seit 20 Jahren den KonzertChor leitet, auch seine 2015 uraufgeführte Messe routiniert und mit viel Herzblut. Vom tänzerischen Bolero bis zum Sacro-Pop hat jeder Teil seinen ganz eigenen Stil. Angelika Böhm, Pastoralreferentin in der Seelsorgeeinheit Ravensburg-West, erweiterte die liturgischen Texte damals unter dem Motto „Zur Freiheit befreit“ mit zeitgemäßen Deutungen. „Warum fehlt uns die Kraft, Friedenstürme zu bauen?“, fragt sie im „Dona nobis pacem“ – höchst aktuell. „Der Chor hat das ausgestrahlt, was er gesungen hat. Das finde ich grandios", freut sich die Theologin am Ende des Konzerts. Und Enjott Schneider lobt die Kombination seines Oratoriums mit Hans Georg Hinderbergers Messe: „In der Doppelung der beiden Stile war das ein großartiger Abend der Kirchenmusik.“

 


Solisten

Leila Trenkmann, Sopran
Foto: PhotoArt Manuela Hund

Marco Vassalli, Bariton
Foto: Joerg Schwalfenberg
Pierre Arpin, Tenor
Foto: Salomé Judith



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